Mit dem Tod ihrer Mutter gerät Lore aus dem Gleichgewicht. Während sie versucht, den Verlust zu begreifen, verändert sich auch die Welt um sie herum radikal: Die Corona-Pandemie legt das öffentliche Leben lahm und isoliert die Menschen voneinander. In der Enge dieser Zeit bleibt Lore kaum Raum für gemeinsame Trauer. Zwischen Kontaktbeschränkungen, organisatorischen Zwängen und familiären Spannungen sucht sie nach einer Form des Abschieds - und stößt immer wieder an Grenzen: an unausgesprochene Erwartungen, an Routinen, die Halt versprechen, aber keinen Trost geben. Die Wochen vergehen im Ausnahmezustand. Mit der Auflösung der Wohnung ihrer Mutter wird endgültig spürbar, dass es kein Zurück mehr gibt - weder in ein früheres Zuhause noch in ein unbeschwertes Davor. Schließlich gelingt es Lore, eine eigene Form der Verabschiedung zu finden: eine Abschiedsfeier im Schlafzimmer ihrer Mutter. Ein leiser, persönlicher Moment gegen die Vereinzelung. Sechs Wochen, in denen sie lernt, ihrer Trauer Raum zu geben - auch ohne zu wissen, wie man richtig trauert. Der Film verweigert dabei jeden vorschnellen Trost. Stattdessen sucht er im Ungeklärten nach Nähe, nach Empathie - und findet, überraschend klar, auch Humor. Einen, der nichts beschönigt. Denn: "Everybody dies, surprise surprise." Und wer das verdrängt, dem entgeht das Leben.